to be + ...ing

Alles zur englischen Grammatik.
How to deal with English grammar.
franzi

to be + ...ing

Beitrag von franzi »

Hi friends!
Ich steh mal wieder auf dem Grammatikschlauch.
Ich hab mir ein neues Grammatikbuch gekauft und fand darin den Satz:
"It's nice to be working with him again."
"Es ist schön, wieder mit ihmzu arbeiten."

Ich versteh nun dieses "to be working" nicht ganz.
Die Zeit scheint mir die Gegenwart zu sein.
Es ist wohl nicht das ganz Gleiche wie in :
"We will be working all day tomorrow."

Kann mir mal jemand den Unterschied zwischen den beiden Formen erklären ?
Und welche Regel liegt der ersten Form zugrunde ?

Mit freundlichen Grüßen
Manfred

Duckduck (Contributor)

Re: to be + ...ing

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

franzi hat geschrieben:Hi friends!
Ich steh mal wieder auf dem Grammatikschlauch.
Ich hab mir ein neues Grammatikbuch gekauft und fand darin den Satz:
"It's nice to be working with him again."
"Es ist schön, wieder mit ihmzu arbeiten."

Ich versteh nun dieses "to be working" nicht ganz.
Die Zeit scheint mir die Gegenwart zu sein.
Es ist wohl nicht das ganz Gleiche wie in :
"We will be working all day tomorrow."

Kann mir mal jemand den Unterschied zwischen den beiden Formen erklären ?
Und welche Regel liegt der ersten Form zugrunde ?

Mit freundlichen Grüßen
Manfred
Juhuu, Manfred, wieder eine schöne Frage!

Wir müssen uns ein wenig anschleichen, damit wir sie zu packen kriegen:

1. Du weißt, dass es die Verlaufsform (Progressive/Continuous Form) gibt, welche gebildet wird mit einer Form von "be" und der ing-Form (= Present Participle).
"I am typing."
"He was reading"

2. Von dieser Form gibt es auch eine Grundform (= Infinitive), in der das "be" nicht gebeugt ist, also "be" bleibt.
(to) + be + present participle

Und diese Form liegt in Deinen Sätzen vor. Man nennt sie grammatisch: Grundform der Verlaufsform also Progressive Infinitive.

Sie wird verwendet, wie ja die Verlaufsform allgemein, wenn man ausdrücken möchte, dass Handlungen während eines Zeitpunktes in der Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit gerade ablaufen, also im Verlauf sind. Die Regeln, wann man die Simple Form und wann die Progressive Form wählt, sind Dir ja bekannt.

Im ersten Satz ist es nun einfach so, dass nach "nice" hier der Infinitiv folgen soll, egal ob in der Simple Form oder der Progressive Form. (Ja, ich weiß, dass hier auch eine andere Form stehen könnte, aber wir wollen es ja nun auch nicht zu kompliziert machen, kam sie möglichen Zweiflern zuvor... )

Dein Satz könnte auch heißen:
"It's nice to work with him again."
Hier würde dann der Fakt des Arbeitens eher betont sein, nicht der Hinweis auf den Verlauf des Arbeitens (die Zeit, die wir mit Arbeiten verbringen) wie in:
"It's nice to be working with him again."

Dein zweites Beispiel verwendet auch den Progressive Infinitive. Hier steht er, weil nach "will" ein Infinitiv folgen muss. Du sprichst also nur in einer anderen Zeitform.

Hoffentlich haben wir die Frage zu packen gekriegt?!

Grüße
Duckduck

franzi

Re: to be + ...ing

Beitrag von franzi »

Hi Duckduck.

Vielen Dank, daß Du Dir wieder die Zeit genommen hast, das Problem so ausführlich zu erklären.

Zur Überprüfung, ob ichs halbwegs geschnallt hab:

She doesn't like it to be cooking all morning.

Kann man das so sagen ?

Herzliche Grüße
Manfred

panic22

Re: to be + ...ing

Beitrag von panic22 »

duu könntest aber auch schreiben "She doesn't like cooking all morning"

"like ist ja immerhin eines der Wörter wo es nicht all zu großen Unterschied macht ob du dich für den Infinitiv oder das Gerundium danach entscheidest ;)

genauso wie: love, hate und prefer..? ;)

Ich finde es ist wenig gebräuchlich, das jetzt soo zu schreiben,
What says the Big Boss..? ^_^

*pointing at DuckducK*

hihi, *wave* C youu

Duckduck (Contributor)

Re: to be + ...ing

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

Hallo Beide!

Ja und Nein! :lol:

Reicht das? Nee, ein wenig mehr kommt noch.

@franzi
Das "it" ist im Englischen in dieser Konstruktion nicht üblich, es kommt aus dem Deutschen. Also der Satz könnte heißen:
"She doesn't like to be cooking all morning." oder auch "She doesn't like to cook all morning."

ABER JETZT:
@panic
Du hast ganz Recht mit Deiner Anmerkung, und so wirklich 100%ig idiomatisch ist der Satz von franzi nicht (Das liegt aber am zufällig ausgewählten Verb, siehe weiter unten). Aber weil Deine Erklärung etwas Wichtiges außer Acht gelassen hat, kommt hier nochmal der :chief:zum Einsatz.

Tatsächlich wird nach Verben des Mögens bzw. des Nichtmögens häufig das Gerundium verwendet, um allgemeine Vorlieben bzw. Abneigungen auszudrücken. Es kann jedoch auch der to-Infinitiv stehen, wenn man beispielsweise eine einmalige Handlung ausdrücken will.

"I hate dancing, but today I would love to dance with you!"

Aber wichtig ist, dass es sich damit um eine andere Konstruktion handelt.
Zwar haben Gerundium (= substantiviertes Verb) und Partizip Präsens (= adjektiviertes Verb) dieselbe Form, aber grammatisch gesehen fungieren sie unterschiedlich. Beim Gerundium steht das substantivische Element im Vordergrund, beim Partizip Präsens das verbale Element.

Das ist Tüddelkram, da stimme ich Euch zu, das müsst Ihr Euch auch nicht unbedingt merken. Ich wollte eigentlich auch nur nochmal sagen, dass die Endung -ing an einem Verb nicht immer nur ein und dieselbe Auswirkung hat.

Grüße
Duckduck