Hallo /Hello

Alles zur englischen Grammatik.
How to deal with English grammar.
Disciplina

Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Neu im Forum und gleich ein paar Fragen.

Erst einmal Hallo an alle. Wie euch schnell auffallen wird, versuche ich mein altes Schulenglisch aufzufrischen.
Soweit sogut.

Das Simple present habe ich bereits bearbeitet, das going to - futur u. will futur auch, ebenso das present progressiv und ein paar Übungen zum Satzbau (adverbials of time etc.).

Nun wird es etwas schwieriger und die ersten Fragen tauchen auf. Ich lerne sehr sehr systematisch, was es evtl. verständlicher macht, warum ich manche Fragen stelle.

Thema: Fragen im simple past und present perfect.

Hier die fraglichen Übungsaufgaben:

Wo er/sie gestern abend war. = Where were you last night? od. kann ich auch sagen Did you were out last night?

Ob er/sie letzte Nacht einen interessanten Traum gehabt hat. = Did you have . . . ?

Was er/sie gestern zum Frühstück gegessen hat. = What did you ate . . . ?

Ob er/ sie am Wochenende Spaghetti gegessen hat. = Did you ate . . . ?

Wann er/sie einen neuen Plattenspieler gekauft hat. = When did you buy . . . ?

Ob er/sie letzte Woche auf einer Party war. = Did you go to . . . ?

Warum er/sie Dich gestern Nachmittag nicht angerufen hat. = Why did he not call you . . . ? (Hört sich komisch an)

Ob er/sie einen Unfall mit seinem/ihrem Fahrrad gehabt hat. = Did you have an . . . ?

Ich bin mir etwas unsicher mit dem Satzbau.

Seit doch so lieb und schaut einmal drüber.

Danke

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Ich weiß nicht, wieviel Grammatik du hören willst, deshalb habe ich die Erklärungen einmal ganz kurz und einmal mit etwas mehr Text aufgeschrieben.
Disciplina hat geschrieben: Wo er/sie gestern abend war. = Where were you last night? oder Were you out last night?
kurz: Eine Frage wird immer mit Hilfsverb gebildet. Wenn ein Hilfsverb in einem Satz vorkommt, dann wird dort auf keinen Fall ein do extra eingefügt sondern das vorhandene Hilfsverb für die Frage verwendet. Das Verb to be ist ein Hilfsverb.

lang: Wenn man eine Frage auf Englisch stellen will, dann muss darin auf jeden Fall ein Hilfsverb vorkommen. Das Hilfsverb steht in einem Fragesatz als einziges vor dem Subjekt. Der Rest des Prädikats steht aber weiterhin hinter dem Subjekt, damit die SPO-Regel nicht verletzt wird.

Ein Hilfsverb ist ein Verb, dass nur eine rein grammatikalische Bedeutung hat und nicht die Handlung des Satzes beschreibt. Es gibt einige Verben die immer Hilfsverben sind. Zum Einen sind das die echten Modalverben can, could, shall, should, must, may, might und zum Anderen ist das das Verb to be in all seinen Formen.
Dann gibt es einige Verben, die sowohl Hilfsverb als auch Vollverb (ein Verb dessen inhaltliche Bedeutung im Satz wichtig ist) sein können. Das sind die Verben dare und need, wenn sie als Modalverben gebraucht werden und die Verben have und do. Bei letzteren hängt es davon ab, ob sie die Satzbedeutung stellen wie zum Beispiel "I have a car." oder "This is what I do.", dann sind sie Vollverben und keine Hilfsverben, oder ob sie rein grammatikalisch gebraucht werden wie in "I have gone to far" (hier liegt die Bedeutung bei gone und nicht bei have).

Wenn man ein einem Satz schon ein Hilfsverb hat, dann wird kein zusätzliches do in der Frage verwendet. Das trifft auf alle Sätze mit Perfect- oder Continuous-Aspekt zu, auf alle Zukunftsformen (will ist ein Modalverb und damit ein Hilfsverb und im going-to-Future muss man immer ein be verwenden) und auf alle Sätze mit dem Verb to be.

Wenn in einem Satz kein Hilfsverb verfügbar ist, dann muss man eins einfügen. In der englischen Sprache hat sich dabei das Wort do in einer passenden Form herauskristallisiert.

Beispiele:
I have gone to far: Ist ein Satz im Perfect-Aspekt und hat damit eine Form des Hilfsverbs have. Die Frage stellt man also nicht mit do sondern mit dem Hilfsverb, das schon da ist: Have I gone to far?
You had a dream: In diesem Satz trägt "have" die Kernbedeutung haben (im abstrakten Sinn von besitzen) und ist damit kein Hilfsverb. Man benötigt also ein zusätzliches Hilfsverb do in der richtigen Form: Did you have a dream?

Auch Sätze mit Fragewort müssen ein Hilfsverb haben um die eigentliche Frage zu formulieren. Das Fragewort wird einfach ganz vorn an den Satz gestellt, so dass der Satz die Struktur Fragewort-Hilfsverb-Subjekt-Prädikat-Objekt erhält. Auch hier wird kein zusätzliches Hilfsverb eingefügt, wenn man schon ein Hilfsverb hat.

Where were you last night? - Were ist eine Form von be und damit ein Hilfsverb.
Was er/sie gestern zum Frühstück gegessen hat. = What did you eat . . . ?

Ob er/ sie am Wochenende Spaghetti gegessen hat. = Did you ate . . . ?
kurz: Wenn eine Frage mit "do" gestellt wird, dann wird nur das "do" nach Person und Zeit flektiert. Das nachfolgende Verb muss im Infinitiv folgen.

lang: Oben habe ich schon einmal von Hilfsverb-Subjekt-Prädikat-... gesprochen und damit habe ich eigentlich etwas geschummelt, denn das Hilfsverb ist eigentlich ein Teil des Prädikats. Nun ist es auf Englisch so, dass ein Prädikat streng genommen nur ein Verb enthalten kann, und das das (bis auf ganz wenige Ausnahmen bei Adverbien) immer das erste Wort des Prädikats sein muss. Die restlichen "Verben" müssen in eine Nicht-Verbform gebracht werden. Dabei gibt es drei Möglichkeiten für englische Verben: der Infinitiv, die ing-Form und das Past Participle. Man nennt diese Formen auch manchmal infinite Formen, weil sie nicht in der Lage sind eine Zeit auszudrücken.

Nun ist es so, dass Englisch eigentlich nur zwei Zeitformen hat, nämlich Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit. Diese beiden Zeitformen können jeweils nach der Person verändert werden. Für alles andere muss man Hilfsverben zur Hilfe nehmen. Ein Perfect wird immer mit have + Past Perfect gebildet, ein Progressive immer mit be + ing-Form, eine Zukunftsform erfordert eine Modalkonstruktion + Infinitiv etc.
Die Zeitform und die Person sind aber Eigenschaften die nur das Verb tragen kann, also immer nur das erste (Verb-)Wort in einem Prädikat.

Wenn ich jetzt eine grammatikalische Konstruktion wie "3rd Person Past Perfect Progressive Passive" bilden will, dann geschieht das folgendermaßen:
Person "Third Person" und Zeit "Past" können, wie eben gesagt, nur vom Verb getragen werden, also legen wir die beiden Dinge mal beiseite. Es bleibt zunächst "Perfect Progressive Passive". Das wird vom letzten zum ersten der Reihe nach auf den "Kern" des Prädikats (in der Regel ein Vollverb) angewendet.

Als erstes brauche ich den Kern des Prädikats, denn der Satz braucht ja auch eine Bedeutung. Als Beispiel wähle ich hier "arise".
Nun als erstes das Passive. Das wird gebildet mit be und dem Past Participle als Nicht-Verbform. Im Beispiel also "be arisen".
Als nächstes wende ich das Progressive an. Das wird wieder mit be gebildet aber mit der ing-Form als Nicht-Verbform. Mein Beispiel wird also erweitert zu "be being arisen".
Jetzt wende ich das Perfect an. Das wird mit have und dem Past Participle gebildet. Das Beispiel lautet jetzt also "have been being arisen"

Nun kann ich mir mein "3rd Person Singular Past" wieder zur Hand nehmen. Da nur das Verb diese Form tragen kann und nur "have" in "have been being arisen" wirklich ein Verb ist kann es nur "had been being arisen" heißen.

Die Frageform ist nun etwas besonderes. Wenn man sie in dieses Bildungsschema einfügen will, dann besteht sie dort aus zwei Teilen. Der erste Teil wird unmittelbar vor der Anwendung von Zeit und Person ausgeführt und die Arbeitsanweisung dafür lautet:
Wenn ein Hilfsverb vorhanden ist tue nichts. Wenn kein Hilfsverb vorhanden ist dann wird das Hilfsverb "do" eingefügt und die erforderliche Nicht-Verbform ist der Infinitiv (nach dem Hilfsverb do folgt immer der Infinitiv, sowohl bei Fragen als auch bei Negationen).

Der zweite Teil der Frageform befindet sich auf einer Ebene noch über dem Prädikat in der Satzstruktur und diesen Schritt, der Platztausch von Verb und Subjekt, habe ich oben ja schon erklärt. Diese Strukturebene kommt aber erst zum Tragen, wenn alle Wortformen schon feststehen, also betrachte ich das hier nicht weiter.

Auf der Ebene, auf der das Prädikat gebildet wird ist die Frageform von "eat" also "do eat". Darauf wird nun die Zeitform 2nd Person Singular Past angewendet und man erhält did eat.

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Sehr schön. So in etwas stelle ich mir eine Antwort vor. Wenn ich auch nicht jedes Detail sofort verstehe, so kann ich doch dem Text sehr viel abgewinnen.

Um meine Position nochmal besser zu verdeutlichen, lieber tiorthan, ich lerne mit den Englisch G Ausgaben für Gymnasien und bon bis dato zur Ausgabe 2 vorgedrungen. Soll heißen; simple present, simple past, present perfect und present progressiv sowie past progressiv., going to-future, will future.

Um deinen Text Mal zusammenzufassen.

Wichtig ist, dass ich schauen muss, ob ein Hilfsverb in einem Satz vorhanden ist. Ist es an dem, dann "kein do", sonder das Hilfsverb als Fragewort.
Ist kein Hilfsverb vorhanden, so nehme ich die simple past Form von "do", also "did".


Dann schaue ich, ob das Verb im Satz ein Vollverb ist, dann also "did".
Ist es ein Hilfsverb, so in einem present perfect Satz, dann nehme ich wiederum das Hilfsverb zum Fragen.
Bsp.: I have bought to much cars. Have you bought to much cars? = Grund: "have" ist hier Hilfsverb.

Modalverben = Hilfsverben , da nur grammatikalische Bedeutung.

Hast du noch ein paar passende Übungen für mich zu diesem Thema?

Die restlichen meiner Übungsfragen, sind demnach soweit richtig ?

vielen herzlichen Dank

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Disciplina hat geschrieben: Um meine Position nochmal besser zu verdeutlichen, lieber tiorthan, ich lerne mit den Englisch G Ausgaben für Gymnasien und bon bis dato zur Ausgabe 2 vorgedrungen. Soll heißen; simple present, simple past, present perfect und present progressiv sowie past progressiv., going to-future, will future.
Ich kenne diese Bücher nicht und mein sprachlicher Hintergrund liegt etwas anders.
Wichtig ist, dass ich schauen muss, ob ein Hilfsverb in einem Satz vorhanden ist. Ist es an dem, dann "kein do", sonder das Hilfsverb als Fragewort.
Ist kein Hilfsverb vorhanden, so nehme ich die simple past Form von "do", also "did".
Ja. Das gilt natürlich ohne Einschränkung für jede Zeitform. Es trifft ja ohnehin nur auf Simple Past und Simple Present zu. Allerdings musst du auch beim Present darauf achten, dass in der Frage nur das do nach der Person flektiert werden kann. Also "Does he have?" und nicht "Does he has".

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Also "Does he have?" und nicht "Does he has"

Woher kommt diese Regel? Natürlich hätte ich nach der Regel he/she/it -s muss mit Does he has a car formuliert :)


Ich kenne diese Bücher nicht und mein sprachlicher Hintergrund liegt etwas anders.

Wo liegt er denn? Ich bin für allerlei hilfreicher Buchempfehlungen offen !

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Disciplina hat geschrieben:Also "Does he have?" und nicht "Does he has"

Woher kommt diese Regel? Natürlich hätte ich nach der Regel he/she/it -s muss mit Does he has a car formuliert :)
Der He-She-It-Merksatz bezieht sich nur auf Verben, da ja nur Verben nach der Person flektiert werden können, und - ich habe das oben in der zweiten langen Erklärung schon erwähnt - ein Prädikat kann immer nur ein einziges Verb enthalten. Die anderen "Verben" des Prädikats müssen eine Form annehmen, in der sie grammatikalisch nicht mehr als Verb fungieren.


Ich kenne diese Bücher nicht und mein sprachlicher Hintergrund liegt etwas anders.

Wo liegt er denn? Ich bin für allerlei hilfreicher Buchempfehlungen offen !
Ich wollte damit nicht auf Bücher hinaus. Ich hatte bereits vor dem Englischunterricht in der Schule mit Englisch zu tun und ich konnte die dann im Unterricht das Lernen der Formen praktisch sparen. Ich habe mich erst wirklich mit englischer Grammatik beschäftigt, als ich in der Kursstufe war, wo ich die Sprache schon längst fließend verstehen konnte, und ich habe mich da mit etwas wissenschaftlicheren Methoden beschäftigt, als das was in der Schule unterrichtet wird. Meine Perspektive ist also etwas anders, ich brauche die Regeln nicht um etwas sagen zu können sondern nur dann, wenn ich erklären muss, warum ich etwas gesagt habe.

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

tiorthan hat geschrieben:Also "Does he have?" und nicht "Does he has"

Woher kommt diese Regel? Natürlich hätte ich nach der Regel he/she/it -s muss mit Does he has a car formuliert :)


Der He-She-It-Merksatz bezieht sich nur auf Verben, da ja nur Verben nach der Person flektiert werden können, und - ich habe das oben in der zweiten langen Erklärung schon erwähnt - ein Prädikat kann immer nur ein einziges Verb enthalten. Die anderen "Verben" des Prädikats müssen eine Form annehmen, in der sie grammatikalisch nicht mehr als Verb fungieren.



Haben Sie etwas Geduld mit mir. Ich beginne praktisch von vorne mit dem Erlernen des Englischen.

Halten Sie es den grundsätzlich für möglich innerhalb eines Jahres die englische Sprache derart zu erlenen, dass sie dem Lesen wissenschaftlicher Bücher genügt? :read:


Gruß

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Disciplina hat geschrieben: Haben Sie etwas Geduld mit mir. Ich beginne praktisch von vorne mit dem Erlernen des Englischen.
Im Internet wird meistens geduzt, vor allem wenn man unter einem Pseudonym schreibt - so wie hier - dann spricht man ohnehin jeden mit seinem "Vornamen" an.

Falls mit irgendeiner Erklärung Probleme hast, dann kann ich einzelne Dinge gern genauer erklären. Das gilt vor allem, wenn du Probleme mit Begriffen hast.
Halten Sie es den grundsätzlich für möglich innerhalb eines Jahres die englische Sprache derart zu erlenen, dass sie dem Lesen wissenschaftlicher Bücher genügt? :read:
Grundsätzlich ja, aber der Aufwand der dafür betrieben werden muss, kann im Einzelfall nicht realisierbar sein. Beim Erlernen einer Fremdsprache sollte man grundsätzlich eher in Jahren (im Plural) rechnen.

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Über was für einen Lernumfang unterhalten wir uns?

Ich kann versichern, ein sehr ausdauernder und zäher Autodidakt zu sein. Um "Sprache" zu lernen investiere ich schon einiges, Zeitlich als auch finanziell.

Dies soll nichts anderes bedeuten, als das ich wirklich daran interessiert bin.

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Ich weiß nicht wirklich, welche Fähigkeiten die gewünschten wissenschaftlichen Bücher erfordern. Ein Mathebuch kann man bereits mit relativ wenig Training verstehen, da die Mathematik immer die gleiche bleibt. Für einen Rechtstext benötigen selbst Muttersprachler oft noch Jahre an Erfahrung.

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Kommentare zu Autoren der Antike, Geschichtswerke - Propyläen, die New York Times.

Im Prinzip sollten die leserischen Kenntnisse einem 13 jährigen Besuch der Oberstufe entsprechen, da man ja danach auch mit einem Sprachstudium oder vergleichbares beginnen kann.

tiorthan

Re: Hallo /Hello

Beitrag von tiorthan »

Im Selbststudium würde ich da sogar bei guter Motivation von drei bis vier Jahren ausgehen.

Disciplina

Re: Hallo /Hello

Beitrag von Disciplina »

Dann fange ich wohl direkt mal an :D

Auf deine Hilfe werde ich zurückgreifen.

Vielen Dank