Mein Grammatikbuch schreibt vor, dass man bie "verben des Denkens und Erkennens" nicht die Verlaufsform verwendet. So stehen z. B. Sätze mit think oder recognize der simple-Form. Gibt es dabei grundsätzlich keine ausnahmen und wie sieht es mit Verben wie "wish" und "love" aus?
Kann ich nicht auch schreiben "I was recognizing the red traffic lights while sitting in my car" - oder etwa nicht?
Verben des Denkens und Erkennens -> Verlaufsform
-
DaFRK
Re: Verben des Denkens und Erkennens -> Verlaufsform
sorry, gibt es hier keinen "Editieren"-Button, um den Beitrag nochmal nachträglich zu editieren?
Ich hab nämlich noch eine Frage zum Thema Verlaufsform, die ich hier mit reinschreiben will. Ich habe Probleme mit zwei Beispielsätzen:
"I hope you (wait) for him a long time"
Meine Antwort: I hope you haven't waited for him a long time
Richtige Lösung laut Buch: I hope you haven't been waiting for him a long time. -> Hört sich ja auch wirklich beser an.
Frage: ist es nicht so, dass die Person nicht mehr wartet, sondern das Warten bereits vorbei ist? Wieso sollte ich dann die Verlaufsform wählen? Etwa weil hier die Zeitspanne wichtig ist, und nicht dass Ergebnis (dass jemand gewartet hat)?
"He (know) Jim for a long time"
Meine Antwort: He has been knowing Jim for a long time
Richtige Antwort laut Lsung: He has known Jim for a long time.
Frage: ist es nicht so, dass die Person Jim immer noch kennt, die Tätigkeit deswegen immer noch andauert und deswegen die Verlaufsform zu wählen ist? Würde die Person Jim nicht mehr kennen, hätte sie ihn doch vergessen? zusätzlich liegt hier die Betonung auf die lange Zeit, welche die Person Jim bereits kennt, ein zusätzliches Argument, warum hier die Progressive-Form gewählt werden sollte meiner Meinung nach.
Ich hab nämlich noch eine Frage zum Thema Verlaufsform, die ich hier mit reinschreiben will. Ich habe Probleme mit zwei Beispielsätzen:
"I hope you (wait) for him a long time"
Meine Antwort: I hope you haven't waited for him a long time
Richtige Lösung laut Buch: I hope you haven't been waiting for him a long time. -> Hört sich ja auch wirklich beser an.
Frage: ist es nicht so, dass die Person nicht mehr wartet, sondern das Warten bereits vorbei ist? Wieso sollte ich dann die Verlaufsform wählen? Etwa weil hier die Zeitspanne wichtig ist, und nicht dass Ergebnis (dass jemand gewartet hat)?
"He (know) Jim for a long time"
Meine Antwort: He has been knowing Jim for a long time
Richtige Antwort laut Lsung: He has known Jim for a long time.
Frage: ist es nicht so, dass die Person Jim immer noch kennt, die Tätigkeit deswegen immer noch andauert und deswegen die Verlaufsform zu wählen ist? Würde die Person Jim nicht mehr kennen, hätte sie ihn doch vergessen? zusätzlich liegt hier die Betonung auf die lange Zeit, welche die Person Jim bereits kennt, ein zusätzliches Argument, warum hier die Progressive-Form gewählt werden sollte meiner Meinung nach.
-
Duckduck (Contributor)
Re: Verben des Denkens und Erkennens -> Verlaufsform
Hi DaFRK!DaFRK hat geschrieben:Mein Grammatikbuch schreibt vor, dass man bei "Verben des Denkens und Erkennens" nicht die Verlaufsform verwendet. So stehen z. B. Sätze mit think oder recognize in der simple-Form. Gibt es dabei grundsätzlich keine Ausnahmen und wie sieht es mit Verben wie "wish" und "love" aus?
Kann ich nicht auch schreiben "I was recognizing the red traffic lights while sitting in my car" - oder etwa nicht? Nein, siehe unten
1. Es gibt die Möglichkeit, einen Beitrag zu editieren, aber nur so bis ca. 20 Minuten nachdem Du ihn eingestellt hast. Du kannst ihn wieder öffnen und dann erscheint oben rechts in der Ecke ein Kästchen Ändern. Aber danach musst Du einen neuen Beitrag schreiben.
2. Bei Verben des Denkens und Erkennens aber auch vielen Verben, welche Gefühlsregungen (love, wish) beschreiben, geht man einfach davon aus, dass sie keine wirkliche Tätigkeit im Sinne von "schaufeln, trinken, rutschen" usw. beschreiben. Das ist nicht so richtig einfach zu erklären.
Frage Dich mal, ob Du Dir die Tätigkeit "denken" bildlich vorstellen könntest..., also so, als ob da ein wahrnehmbarer Prozess abläuft, wenn ich sage "ich denke". Eigentlich nicht, nöch?
(Es sei denn, ich stelle einen Denkvorgang z.B. im Film richtig szenisch dar, d.h. ich mache ein verkniffenes Gesicht, streiche mir über das Kinn und den Kopf, schaue angestrengt in eine Zimmerecke, gehe hin und her und schlage mir leicht gegen die Stirn usw. Dann könnte ich schon vor mich hinmurmeln: "Well, I'm thinking, aren't I...").
Soviel auch zu Deiner Frage, ob man sie nie in der progressive form verwenden kann! Nun ja, es gibt für fast Alles die Möglichkeit eines passenden Kontextes, man muss nur genug Phantasie haben.
Wie so oft sind Regeln der Grammatik die Leitstrahlen, auf denen wir uns sicher bewegen, aber es gibt immer mal - vielleicht etwas holperige - Abzweigungen, auf die man auch abbiegen kann...
Und da es sich also bei dieser Gruppe von Verben nicht um eigentliche Tätigkeiten handelt, geht man auch davon aus, dass sie nicht per se für den Ausdruck in Zusammenhang mit einer Zeitdauer geeignet sind.
Nimm Dein Beispiel mit "recognise", Du schaust vielleicht längere Zeit auf die Ampel, bis Dir auffällt, dass sie rot ist ("I was looking at the traffic light"), aber das Erkennen ("recognise") passiert in einem Sekundenbruchteil und ist dann zu Ende, es ist kein Prozess, verstehst Du, und kann deshalb auch nicht als "progressive" beschrieben werden.
Grüße
Duckduck
-
Duckduck (Contributor)
Re: Verben des Denkens und Erkennens -> Verlaufsform
GrüßeDaFRK hat geschrieben:Sorry, gibt es hier keinen "Editieren"-Button, um den Beitrag nochmal nachträglich zu editieren? Doch, s.o.![]()
Ich habe nämlich noch eine Frage zum Thema Verlaufsform, die ich hier mit reinschreiben will. Ich habe Probleme mit zwei Beispielsätzen:
"I hope you (wait) for him a long time"
Meine Antwort: I hope you haven't waited for him a long time.
Richtige Lösung laut Buch: I hope you haven't been waiting for him a long time. -> Hört sich ja auch wirklich besser an.
Frage: ist es nicht so, dass die Person nicht mehr wartet, sondern das Warten bereits vorbei ist?
Nein, so ist es bestimmt nicht, denn dann hätten wir kein Present Perfect, nicht wahr?, sondern von Vornherein das Past Tense. Die Situation wird so sein, dass eine Krankenschwester zu einem Menschen auf dem Flur vor dem Chefarztzimmer tritt, der da schon mit wachsendem Bartrumsteht und ihm obige Frage stellt. D.h., er ist noch am Warten und hat das offensichtlich auch eine ganze lange Zeit getan ("for a long time"). Gerade, um diese lange Dauer des Handelns auszudrücken, wird hier das Progressive verwendet.
Wieso sollte ich dann die Verlaufsform wählen? Etwa weil hier die Zeitspanne wichtig ist, und nicht dass Ergebnis (dass jemand gewartet hat)?Genau!
"He (know) Jim for a long time"
Meine Antwort: He has been knowing Jim for a long time.
Richtige Antwort laut Lösung: He has known Jim for a long time.
Frage: ist es nicht so, dass die Person Jim immer noch kennt, die Tätigkeit deswegen immer noch andauert und deswegen die Verlaufsform zu wählen ist? Nein! Um dem Umstand, den Du hier beschreibst, Rechnung zu tragen, wird das Present Perfect gewählt, (also, wenn eine Handlung in der Vergangenheit begonnen hat und noch in der Gegenwart andauert, bzw. Einfluss auf die Gegenwart hat.) Ob das Present Perfect aber in der simple form oder in der progressive form verwendet wird, hängt von anderen Kriterien ab, ob Du nämlich z.B. die lange Dauer einer Handlung betonen willst (s.o.) oder nicht.
Würde die Person Jim nicht mehr kennen, hätte sie ihn doch vergessen? Zusätzlich liegt hier die Betonung auf der langen Zeit, welche die Person Jim bereits kennt, ein zusätzliches Argument, warum hier die Progressive-Form gewählt werden sollte, meiner Meinung nach. Das mit dem Noch-Kennen oder Vergessen-Haben bringt Dich nicht weiter, denn es handelt sich bei "know" sowieso um ein Verb des Denkens und Erkennens und demnach um eines, das in der Regel nicht in der progressive form verwendet wird! (s.o.)
Duckduck