Ausrufung als Frage missverstanden ?

Alles zur englischen Grammatik.
How to deal with English grammar.
dx2

Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von dx2 »

Hallo allerseits,
ich habe jemandem in einem Forum hiermit geantwortet:
"Wasnt your decision to (do something)."

Offensichtlich wurde dieser unkomplizierte Satz aber trotz fehlenden Fragezeichens durchaus als Frage aufgenommen:
"Wasnt it your decision to (do something)."

Gibt es eine grammatikalsche / syntaktische Regel, welche ich übersehen haben mag, die meinen Satz, vielleicht auch nur umgangssprachlich, als eine Frage lesen lässt ? Die Antwortenden (die es als Frage auffassten) auf meinen Forumbeitrag waren Engländer.

--------

In an internet forum I replied to someone with the following sentence:
Wasnt your decision to (do something).

The person who answered to it directly misunderstood that sentence as a question. Probably like:
"Wasnt it your decision to (do something)."

Is there a grammatical / syntactical rule which I missed in that little sentence? The person who answered to my posting came from England.

Duckduck (Contributor)

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

dx2 hat geschrieben:Hallo allerseits,
ich habe jemandem in einem Forum hiermit geantwortet:
"Wasn't your decision to (do something)."

Offensichtlich wurde dieser unkomplizierte Satz aber trotz fehlenden Fragezeichens durchaus als Frage aufgenommen:
"Wasn't it your decision to (do something)."

Gibt es eine grammatikalische / syntaktische Regel, welche ich übersehen haben mag, die meinen Satz, vielleicht auch nur umgangssprachlich, als eine Frage lesen lässt ? Die Antwortenden (die es als Frage auffassten) auf meinen Forumbeitrag waren Engländer.

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In an internet forum I replied to someone with the following sentence:
Wasn't your decision to (do something).

The person who answered to it directly misunderstood that sentence as a question. Probably like:
"Wasn't it your decision to (do something)."

Is there a grammatical / syntactical rule which I missed in that little sentence? The person who answered to my posting came from England.

Hi dx2 und willkommen im Forum! :)

Ich bin erst etwas ratlos :shock: gewesen, wie Du mit Deinen offensichtlich sehr guten Englischkenntnissen auf die Frage überhaupt kommst. (Also die Frage, wieso man den Satz als Frage aufgefasst haben könnte....)

Und zwar ganz einfach deshalb, weil der von Dir hier angegebene Satz natürlich von der Wortstellung her nichts anderes als eine (teilweise) elliptische Frage ist.

- teilweise elliptisch, weil das "it" als Subjekt ausgelassen worden ist. -> das ist, wie Du sicher sowieso weißt, in der Umgangssprache im Englischen wie im Deutschen durchaus verbreitet, also OK.

- Frage, weil der Satzaufbau eben der einer Frage ist. Bei Dir steht am Anfang des Satzes das Hilfsverb, für den Engländer ein Zeichen dafür: hier kommt eine Frage. Denn ein Aussagesatz, ob verneint oder bejaht, beginnt ja mit einem Subjekt (hier mal abgesehen von den verschiedenen Möglichkeiten von Adverbialen usw, die vor dem Subjekt noch stehen können.) Aber jedenfalls ist die Reihenfolge der Satzteile im Aussagesatz S P O.

Ich nehme an, Du wolltest Dich mit Deinem Satz auf etwas von den anderen Geäußertes beziehen und ihnen sozusagen "mitfühlend" zustimmen.
So etwa:
Die Jungs:
"Und dann haben Sie uns vorgeworfen, dass wir nachts im abgeschlossenen Schwimmbad waren."
"And then they charged us with being in the closed swimming bath in the night."
Und Du darauf:
"Ey, war doch nicht Eure (Betonung) Entscheidung, da eingeschlossen zu werden!"
"Ey, wasn't your decision to be locked in there (in the first place)."

Das geht in der Umgangssprache auch mit einem Aussagesatz, bei dem das Subjekt durchaus fehlen darf. ABER es klappt nur, wenn Du mit den Betreffenden sprichst und sie Deine von einer Frage (hier geht in diesem Fall die Stimme am Ende leicht hoch) abweichende Intonation (Betonung auf dem "your") hören können.

Grüße
Duckduck

dx2

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von dx2 »

Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung, Duckduck.
Ich bin aber in der Tat davon ausgegangen, dass das fehlende Subjekt, gerade wegendes nicht vorhandenen Fragezeichens, nicht hinter sondern vor dem Verb implizit reingelesen werden würde. In einer Unterhaltung wäre es wohl deutlicher durch die Betonung rübergekommen, die aber in Nachrichtenforen feht. Das überrascht mich ein wenig, da mir die Antwortenden implizit unterstellen, ich würde den Fehler gemacht haben, anstelle eines Fragezeichens einen normales Satzende verwendet zu haben ^^
Also um sicher zu gehen, werde ich in Zukunft aber solche elliptischen Fragen in schriftlicher Form vermeiden. Danke nochmal, ich muss jetzt erst einmal ein paar Missverständnisse aus der Welt räumen ;)

tiorthan

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von tiorthan »

Das Problem ist, dass die Frage "Wasn't your decision to do something?" gar kein zusätzliches Subjekt braucht. Der Satz folgt dem Muster "Wasn't X Y?" wobei hier X = your decision und Y= to do something sind. Wenn man eher gewohnt ist eine Sprache zu sprechen als sie zu hören, dann bezieht man die Information, ob etwas eine Frage ist, nicht in erster Linie aus der Zeichensetzung.

Duckduck (Contributor)

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

@tiorthan,

ganz OK, wenn Du Deine Meinung kundtust, aber leider verstehe ich überhaupt nicht, was Du hier sagen willst.

- Dass hier kein Subjekt nötig ist habe ich selbst geschrieben -> also keine neue Erkenntnis.
- Wer hört hier was? Die Engländer, welche diesen Satz als Frage augefasst haben, hören und sprechen doch sicherlich ihre eigene Sprache, oder?

Ich verstehe Dich nicht! :(

Könntest Du nochmal nachinformieren!

Grüße
Duckduck

tiorthan

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von tiorthan »

Es war direkt als Antwort darauf gemeint:
dx2 hat geschrieben:Ich bin aber in der Tat davon ausgegangen, dass das fehlende Subjekt, gerade wegendes nicht vorhandenen Fragezeichens, nicht hinter sondern vor dem Verb implizit reingelesen werden würde.
Gemeint war, dass man in "Wasn't your decision to do somthing" überhaupt kein it "implizit reinlesen" würde, weder vor, noch hinter dem Verb. Der Satz kann ohne Probleme als Kopulafrage mit "your decision" als Subjekt verstanden werden. Es ist also ein Subjekt und ein vollständiges Prädikat vorhanden.

Folglich ist der Aufwand um daraus einen Aussagesatz zu machen = Hinzufügen eines Subjekts
der Aufwand um daraus eine Frage zu machen = Ignorieren des Satzzeichens

Wenn man die eigene Muttersprache liest, oder eine Sprache in der man sich fließend ohne groß nachzudenken verständigen kann, dann laufen die Verständnisprozesse größtenteils automatisch ab. Die Satzzeichen werden dann nur noch in Situationen benötigt, in denen ein Satz syntaktisch unklar ist. Der Aufwand ein Satzzeichen als falsch abzutun ist ungleich geringer, als einen kompletten Satz neu verstehen zu müssen, nur weil man plötzlich feststellt, dass eine sekundäre Information unpassend ist.

Ist das verständlicher.

Duckduck (Contributor)

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

Hi tiorthan,

irgendwie reden wir aneinander vorbei - wie schon früher mal, will mir scheinen.

Beginnt ein Satz im Englischen mit einem Hilfsverb, wird er zunächst vom Gesprächspartner als Frage verstanden werden, genauer gesagt als Entscheidungsfrage.

Das genau ist die Erklärung für die Frage, welche dx2 ursprünglich gestellt hat. Es hat eigentlich gar nicht die direkte Notwendigkeit bestanden, sich weiter zu dem Thema zu äußern, denn weder war die Anwendbarkeit einer elliptischen Frage bzw. Aussage in der Umgangssprache bezweifelt worden, noch schien meine Antwort bei dx2 auf Unverständnis gestoßen zu sein.

Das "it" würde in einem Satz wie dem obigen die Funktion eines formalen Subjektes übernehmen, das auf das logische Subjekt hinweist, kann aber umgangssprachlich weggelassen werden. Wenn es aber nicht steht, kann es zu Missverständnissen kommen, weil dann zunächst die Reihenfolge der Wörter als Indikator für die Satzart verwendet wird.

Ich will gar nicht sagen, dass Dein Hinweis falsch war, aber er war mir einfach unverständlich und ich fände es für alle Beteiligten einfacher, wenn man die Kürze eines Beitrages nicht auf Kosten der Verständlichkeit aufbauen würde.

Grüße
Duckduck

dx2

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von dx2 »

Der Herr, der meinen Satz ursprünglich als Frage auffasste, hat mir nun, nachdem ich mich für das Missverständnis entschuldigt hatte, mitgeteilt, dass er ein (nicht vorhandenes) Fragezeichen am Ende des Satzes las und sich ebenfalls für seinen ausfallende Reaktion entschuldigt ;)

Naja, der Fehler lag letztendlich aber trotzdem bei mir. So langsam kriege ich das Gefühl, dass ich mich wiederviel aktiver mit der Sprache beschäftigen muss...Lesen reicht offensichtlich nicht (mehr) aus. ^^

tiorthan

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von tiorthan »

@Duckduck, ja es scheint als ob wir aneinander vorbei reden. Es geht mir um eine Interpretation, die sich, zumindest nach meinem Verständnis, nicht aus deiner einleitenden Erklärung ergibt. Ich gehe davon aus, dass der Satz eine nicht-elliptisierte Frage ergeben kann.

"Wasn't your decision to do somthing?" und "Wasn't it your decision to do something?", obwohl sie essenziell die gleiche Bedeutung haben, sind syntaktisch unterschiedliche Sätze. Im ersten Satz ist "your decision" das grammatikalische und logische Subjekt und "to do something" ist ein Prädikativum. Im zweiten Satz ist "it" zwar das grammatikalische Subjekt, aber funktionell nur ein Scheinsubjekt. "Your decision" ist in diesem Satz dagegen Prädikativum.

Duckduck (Contributor)

Re: Ausrufung als Frage missverstanden ?

Beitrag von Duckduck (Contributor) »

@tiorthan,

Du siehst, wenn man sich - gerade, wenn es sich um etwas komplexere Sachverhalte handelt - etwas klarer und ausführlicher äußert, ist die Chance, dass das Gegenüber einen versteht, erheblich größer. Bitte bleibe nicht gar so kryptisch kurz, Dein Wunsch ist doch sicher, dass die Leser Deinen Gedankengängen auch folgen können.

Aber, und auch das ist nicht neu, obwohl Deine Anmerkung interessant ist, passt sie meiner Meinung nach weder zur Frage von dx2 noch in ihrer Komplexität und zu oberflächlichen Darstellung so wirklich in den Tonfall unseres Forums!

Die meisten unserer User brauchen unsere Hilfe und Ratschläge in Alltagssituationen oder für Schule und Beruf. Eine zu sehr in linguistische Feinheiten abdriftende Erklärung, die außerdem auch immer oberflächlich bleiben muss, hilft wahrscheinlich den Allermeisten überhaupt nicht weiter.
Da wir aber helfen wollen, haben wir uns immer um eine verständliche Sprache und Erklärungsweise bemüht, nicht so sehr um beeindruckende Wortspielereien. Dein Wissen in allen Ehren, aber hier ist kein linguistisches Diskussionsforum, sondern englisch-hilfen!!!

Danke für Deine Aufmerksamkeit,

Duckduck